Österreichisch · Stricken

Ruhig ist es hier

Und das ist mein auch bewusst, aber es bedeutet nicht, dass nicht gewerkelt und gemacht wird. Das Leben mit drei Kindern, zwei davon in der Schule (der dritte dann im Herbst), Arbeit und dem ganzen Rest, hält immer wieder etwas für uns bereit, sodass es ja nicht fad wird.

Für mich kann ich sagen, dass ich ganz schön ausgelastet bin, es geht von der Früh bis zum Abend immer dahin, jede Minute ist ausgefüllt, wenn dann zusätzliche Sachen wie Schularbeit oder unplanmässiges Fussballtraining dazukommen, wird es eh schon zum jonglieren, dass sich alles ausgeht und alle gut vorbereitet ihre schulischen Aufgaben erledigen können.

Der Abend ist dann allerdings meine Zeit. Wenn erst Mal die Kinder im Bett sind (ob sie dann auch schon schlafen ist eine andere Geschichte), bin ich mit meinen Pflichten fertig. Fertig im Sinne von : ich-mach-nichts-mehr-was-mir-nicht-Spaß-macht. Wenn mein Mann arbeitsbedingt abends nicht da ist, versuche ich einige Abende in der Woche im Nähzimmer zu verbringen. Ich nähe den Großteil meiner Kleidung selbst und auch meine Kinder haben einen guten Teil ihrer Garderobe aus eigener Produktion. Das ist nicht zu jeder Zeit gleich, aber ich bemühe mich! Die Abende, die wir zu zweit sind, sind dann eher für die Couch, wo wir uns sehr viel unterhalten, einen Film oder eine Serie gucken oder (mittlerweile sehr selten) auch mal etwas spielen. Aber bei allem habe ich meine aktuelle Handarbeit ( eine davon, hihi) da und stricke oder häkle dann, was sich natürlich beim Filmschauen sehr anbietet.

Handarbeiten entspannt mich in einem Maß, dass ich direkt unausgeglichen werde, wenn ich einen Tag einmal zu nichts komme. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich für mich ein Hobby gefunden habe, das mich so ausfüllt und befriedigt und obendrein auch noch praktisch ist!! Und das allergrößte Glück ist, dass ich mein Hobby zu meinem beruflichen Alltag gemacht habe und den ganzen Tag mit Meschen zu tun habe, die meine Leidenschaft für Wolle, Stoff und Handarbeiten teilen. Und diese Tätigkeit bringt mir den idealen Ausgleich zu unserem sehr turbulenten Familienleben, dass ich um nichts in der Welt tauschen würde, auch wenn ich mich jeden Abend auf die Bettgehzeit der Kinder freue…

In den letzten Wochen sind hier viele Dinge entstanden, in erster Linie Kleidung, die es aber noch nicht vor die Kamera geschafft habe. Das finde ich sehr schade, aber ich werde das noch nachholen, auf jeden Fall.

Ich kann euch heute zwei Strickereien zeigen, die ich gerade auf den Nadeln habe, aber recht viel sieht man noch nicht…


Mein großer Sohn hat sich Socken gewünscht. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich ist er eher „hitzig“, ihm ist quasi nie kalt und er überhört ganz lässig meinen Wunsch nach einer Haube auf seinem Kopf. Aber manchmal ist ihm dann schon ein wenig „frisch“ (das sagen wie hier bei uns wenn einem ein wenig kalt ist, oder wenn es draußen nicht so warm ist wie man vermutet), und dann geht er mit Stricksocken ins Bett. Also könnte ich ihm den Wunsch natürlich nicht abschlagen, habe einen Socken in Rekordzeit gestrickt (für mich Rekordzeit, Socken sind mein absoluter Stricknotfall, nur wenn ich sonst gar nichts mehr anderes habe) und kann mir nun mehrmals täglich die Frage nach der zweiten Socke anhören. Aber das Ende ist schon in Sicht, bald wird mein Schatz mit warmen Füßen schlafen.

Als zweites stricke ich an einer Frühlingstunika aus dem neuen Fatto-a-Mano von Lang Yarns, das ich gedruckt noch gar nicht in den Händen gehalten habe. Ich befinde mich in der glücklichen Lage, manche Modelle und viele Wollen bereits vorab zu verstricken, damit sie dann zu Saisonbeginn fertig sind. Ob es dieses Teil schaffen wird, weiß ich aber nicht, da hab ich noch einiges vor mir, was man hier sieht ist erst das Vorderteil, die Ärmel werden bei diesem Modell gleich mitaufgenommen, also warten noch lange Reihen auf mich.

Aber beim derzeitigen Wetter hat man doch eher noch Lust auf Winterstricken, oder?

Ich wünsche euch entspannte Tage mit einigen Zeitfenstern zum Handarbeiten!

Barbara

So, die Socken sind jetzt fertig und das Kind liegt glücklich damit im Bett:


Sie sind sogar fast gleich geworden, obwohl ich gar nicht auf den Rapport geachtet habe. Sonst wär sich kein ganzes Paar mehr ausgegangen, war ja kein ganzer Knäuel mehr. Es sind keine 3M Wolle übriggeblieben!