Österreichisch · Nähen

Negativapplikation

Vor einem Zeiterl (so sagen wir, wenn etwas ein Weilchen her ist) hab ich für meinen mittleren Sohn ein Leiberl mit einer Negativapplikation gemacht. Mir war gar nicht klar, dass das wirklich so heißt, aber Google findet ähnliches wenn ich danach suche.

Wie immer hat er sich die Farben selber ausgesucht, aber als ich ihm versucht habe zu erklären, wie es fertig aussehen wird, konnte er es sich nicht vorstellen.

Der zweite Stoff wird von vorne mittels Dreifach–Geradstich aufgenäht, das kann schon etwas dauern…

Das überschüssige Material hab ich großzügig bemessen und erst nachher zurückgeschnitten

Mir hat der Stern so auch gut gefallen, er hat durch die zweite Lage etwas Volumen bekommen!

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Und fertig!

Durch das Waschen springen die Schlitze weiter auf, aber es bleibt trotzdem alles gut in Form!

Genäht habe ich ein Ottobre T-Shirt,gewisse Schnitte sind schon in vielen Größen vorrätig ; )

Wenn unser Raphi das Leibern anhat, streicht er sich häufig über den Bauch, aber ich muss auch immer wieder hingreifen!

Babs

Österreichisch · Stricken

Ruhig ist es hier

Und das ist mein auch bewusst, aber es bedeutet nicht, dass nicht gewerkelt und gemacht wird. Das Leben mit drei Kindern, zwei davon in der Schule (der dritte dann im Herbst), Arbeit und dem ganzen Rest, hält immer wieder etwas für uns bereit, sodass es ja nicht fad wird.

Für mich kann ich sagen, dass ich ganz schön ausgelastet bin, es geht von der Früh bis zum Abend immer dahin, jede Minute ist ausgefüllt, wenn dann zusätzliche Sachen wie Schularbeit oder unplanmässiges Fussballtraining dazukommen, wird es eh schon zum jonglieren, dass sich alles ausgeht und alle gut vorbereitet ihre schulischen Aufgaben erledigen können.

Der Abend ist dann allerdings meine Zeit. Wenn erst Mal die Kinder im Bett sind (ob sie dann auch schon schlafen ist eine andere Geschichte), bin ich mit meinen Pflichten fertig. Fertig im Sinne von : ich-mach-nichts-mehr-was-mir-nicht-Spaß-macht. Wenn mein Mann arbeitsbedingt abends nicht da ist, versuche ich einige Abende in der Woche im Nähzimmer zu verbringen. Ich nähe den Großteil meiner Kleidung selbst und auch meine Kinder haben einen guten Teil ihrer Garderobe aus eigener Produktion. Das ist nicht zu jeder Zeit gleich, aber ich bemühe mich! Die Abende, die wir zu zweit sind, sind dann eher für die Couch, wo wir uns sehr viel unterhalten, einen Film oder eine Serie gucken oder (mittlerweile sehr selten) auch mal etwas spielen. Aber bei allem habe ich meine aktuelle Handarbeit ( eine davon, hihi) da und stricke oder häkle dann, was sich natürlich beim Filmschauen sehr anbietet.

Handarbeiten entspannt mich in einem Maß, dass ich direkt unausgeglichen werde, wenn ich einen Tag einmal zu nichts komme. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich für mich ein Hobby gefunden habe, das mich so ausfüllt und befriedigt und obendrein auch noch praktisch ist!! Und das allergrößte Glück ist, dass ich mein Hobby zu meinem beruflichen Alltag gemacht habe und den ganzen Tag mit Meschen zu tun habe, die meine Leidenschaft für Wolle, Stoff und Handarbeiten teilen. Und diese Tätigkeit bringt mir den idealen Ausgleich zu unserem sehr turbulenten Familienleben, dass ich um nichts in der Welt tauschen würde, auch wenn ich mich jeden Abend auf die Bettgehzeit der Kinder freue…

In den letzten Wochen sind hier viele Dinge entstanden, in erster Linie Kleidung, die es aber noch nicht vor die Kamera geschafft habe. Das finde ich sehr schade, aber ich werde das noch nachholen, auf jeden Fall.

Ich kann euch heute zwei Strickereien zeigen, die ich gerade auf den Nadeln habe, aber recht viel sieht man noch nicht…


Mein großer Sohn hat sich Socken gewünscht. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich ist er eher „hitzig“, ihm ist quasi nie kalt und er überhört ganz lässig meinen Wunsch nach einer Haube auf seinem Kopf. Aber manchmal ist ihm dann schon ein wenig „frisch“ (das sagen wie hier bei uns wenn einem ein wenig kalt ist, oder wenn es draußen nicht so warm ist wie man vermutet), und dann geht er mit Stricksocken ins Bett. Also könnte ich ihm den Wunsch natürlich nicht abschlagen, habe einen Socken in Rekordzeit gestrickt (für mich Rekordzeit, Socken sind mein absoluter Stricknotfall, nur wenn ich sonst gar nichts mehr anderes habe) und kann mir nun mehrmals täglich die Frage nach der zweiten Socke anhören. Aber das Ende ist schon in Sicht, bald wird mein Schatz mit warmen Füßen schlafen.

Als zweites stricke ich an einer Frühlingstunika aus dem neuen Fatto-a-Mano von Lang Yarns, das ich gedruckt noch gar nicht in den Händen gehalten habe. Ich befinde mich in der glücklichen Lage, manche Modelle und viele Wollen bereits vorab zu verstricken, damit sie dann zu Saisonbeginn fertig sind. Ob es dieses Teil schaffen wird, weiß ich aber nicht, da hab ich noch einiges vor mir, was man hier sieht ist erst das Vorderteil, die Ärmel werden bei diesem Modell gleich mitaufgenommen, also warten noch lange Reihen auf mich.

Aber beim derzeitigen Wetter hat man doch eher noch Lust auf Winterstricken, oder?

Ich wünsche euch entspannte Tage mit einigen Zeitfenstern zum Handarbeiten!

Barbara

So, die Socken sind jetzt fertig und das Kind liegt glücklich damit im Bett:


Sie sind sogar fast gleich geworden, obwohl ich gar nicht auf den Rapport geachtet habe. Sonst wär sich kein ganzes Paar mehr ausgegangen, war ja kein ganzer Knäuel mehr. Es sind keine 3M Wolle übriggeblieben!

Nähen

Hoodie Parade

Heuer haben meine Vier unterm Christbaum was selbstgenähtes gefunden. Hoch motiviert hab ich zwei Wochen vor Weihnachten begonnen, mit dem Ziel, jeden Tag einen Pullover zu nähen. Am Anfang kam ich meinem Ziel noch sehr nahe, aber am Ende wurde dann der letzte erst zwei Tage vor Weihnachten fertig. Was aber auch egal ist, Hauptsache Rechtzeitig! Besonders schwer fiel es mir meinem Schatz nichts von seinem zu erzählen, er wusste, das die Buben einen bekommen, hatte aber keine Ahnung von seinem. Ich hab es fast nicht ausgehalten, ich zeige ihm immer jedes Stück das ich mache. Ich wusste aber, das es ein willkommenes Geschenk sein würde, weil seine Pullis auf magische Weise immer kürzer werden. Ich kann mir das echt nicht erklären!! Darum hab ich ihn ein wenig länger gemacht und Ton in Ton gehalten. Auch der Plot hebt sich nicht wirklich ab, soll es doch ein Bild für ihn sein und nicht für alle sofort ersichtlich.

Meine Freude war sehr groß dass die Pullis (bei uns im Hause auch Kapuzenfreund genannt) so gut angekommen sind bei meinen Männern.

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Für unseren mittleren, Raphael. Seinen Geschmack zu treffen ist schwierig, er weiß zu genau, was ihm gefällt.
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Für Nici, gruselig ist immer gut!
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Für unseren großen Raoul ist es nicht mehr so leicht was zu finden.
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Ein Herr Toni mit seinem Lieblingskünstler.

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Es sieht fast so aus als hätten wir Schnee, aber es ist nur der Raureif, der sich seit Tagen hartnäckig hält, weil sich der Nebel gar nicht heben mag. Es sieht wie verzaubert aus.

Sogar ein Tragefoto war drinnen, wie gut das ankam, seht ihr am Gesicht ; )

Meiner Hand geht es jetzt wirklich besser, und darum geh ich jetzt zu meinen vieren auf die Couch und stricke ein bisserl, natürlich nicht zu viel…

Für das neue Jahr wünsche ich euch Gesundheit, Glück und Zeit, um eure Ideen umzusetzen!

Babs


Schnittmuster Mann: Herr Toni
Schnittmuster Kind: Hoodie von Mathila.de (hab ich online nicht mehr gefunden)
Stoffe von Lieblingsstücke Grinsestern und Eingefädelt
Österreichisch · Nähen

Für die Nachbarbuben

Ich hab vor einer Weile mal in der Zeitung gelesen, dass manche österreichische Wörter schön langsam verschwinden. Da hieß es unter anderem, dass das Wort Buben in absehbarer Zeit aus unserem Wortschatz verschwunden sein wird – ersetzt durch das deutsche „Jungs“. Da ich mich schon recht verwurzelt fühle daheim, versuche ich ,nicht zuletzt wegen diesem Artikel, ganz bewusst das Wort Buben zu verwenden. In meiner Oberösterreichischen Heimat hört man dann „Bua“ oder in der Mehrzahl „Buam“ oder auch „Buama“. Liest sich schräg, klingt aber sehr vertraut!

Und so habe ich auf den Wunsch meiner Freundin und Nachbarin für die zwei kleineren  von meinen drei „Nachbarbuam“ Leiberl (ist doch auch ein österreichisches Wort, oder?) genäht:

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Genäht habe ich je zwei Raglanshirts in den Größen 92 und 116, nach einem älteren Ottobre-Schnitt. Bei den ersten beiden habe ich den Ärmel um die Bündchenlänge verlängert und je ein Motiv vom Hauptstoff appliziert, die zweiten habe ich mit Bündchen vom Körperstoff genäht. Sehr glücklich bin ich mit den gelungenen Covernähten, bei allen zehn gab es keinen einzigen Fehlstich!! Schön langsam werden wir doch Freunde, ich und meine Cover. Wird auch Zeit, nach fast einem Jahr…

Die Leibern sind sehr gut angekommen, ich freu mich schon wenn ich die Kinder mit ihnen sehe!

Übrigens ist Magdalena, die Mama der Nachbarbuben, auch gerade dabei sich selbstständig zu machen, sie wird für alle die aus unserer Region sind, gerne kalte Platten und Buffets zubereiten: Obermayrhofer.at

Treibt es euch heute noch an die Maschinen? Mich eher nicht, im Wohnzimmer brennt ein Feuer und das lädt mich dazu ein, auf der Couch zu versumpfen, natürlich nicht ohne Strickzeug!

Babs


Schnitt: Ottobre
Stoffe: Aus meinem Laden